In der Wortundbildschmiede - Teil 8 - Ein Lyrikversuch

JL: Hallo Snej, hier bitte, ich hab´ was für uns. Die Perle hatte gerade Nachrichten gesehen, und nur den Kopf

     geschüttelt, als sie die Bilder von Friede, Freude Eierkuchen ( und Trüffelessen ) gesehen hat. Spontan ist

     mir ein kleines Gedicht oder ähnliches eingefallen. Es reimt sich, ab und zu, ist ganz aktuell und nicht besonders

     schön.

SN: Und was soll ich dazu sagen? Soll ich dir meinen Segen erteilen?

JL: Meine Güte, ich dachte, ich sprech´ mit dir darüber, nicht dass du wieder nur nörgelst, du würdest nicht

     einbezogen werden.

SN: Komm, lass´ gut sein. Lass´ mal hören.

JL:  Zur Erläuterung will ich vorausschicken, dass dieses Gedicht einen größeren Bogen schlägt,.....

SN: So, eine Erläuterung braucht es auch noch, spricht also nicht für sich?

JL: Doch, doch, aber es kommt eben vom Hundersten zum Eigentlichen, verliert sich also nicht, sondern, ach,

     jetzt hör doch einfach hin.

SN: Ja, bitte Maestro, ich lasse bitten, ich bin ganz Ohr.

JL: Schön. Nur zur Information........

SN: Jetzt werden wir auch noch informiert. Also, so ein Lyrikvortrag hab´ ich noch nie gehört.

JL: So ein Gedicht hast du wahrscheinlich auch noch nie gehört, und was ich sagen wollte ist, es hat keine

     Überschrift, mir ist auf die Schnelle jedenfalls keine eingefallen. So, ohne Titel.

SN: Wie wär´s : Ohne Worte?

JL: Sehr witzig.

SN: Nee, warte mal. Das war natürlich ein Scherz, aber jetzt....... .Pass auf, wenn du es wirklich so nennst,

      in Anlehnung an eine Erwiderung, wenn etwas sehr bescheuert ist, dass man nur sagen kann: Ohne Worte.

JL: Gut, obwohl du es noch nicht kennst..... naja, du weißt ja, was ungefähr kommen wird, du kennst mich ja.

     Es geht los.

     Liebe Freunde oder besser: Lieber Freund, du hörst jetzt das Gedicht: Ohne Worte

 

    Wenn die Almwiesen blühn´,

    sieben Personen spazieren gehn`

    bei Blasmusik die Welt erretten,

    aus purem Spaß an Etikette,

    kein Misstrauen die Stimmung trübt,

    nur Freundschaft und Bündnis man hier erblickt,

    wo´s echte Freundschaft gar nicht gibt

    nach Krieg und Besatz´

    nur Vertrauen hätte einen Platz,

    zu schnell die politische Lage sich doch dreht,

    dass Verbundenheit schnell verweht.

    Wenn bei einer solchen Sach´ ,

    die Prätorianer wissen, wie man´s  macht,

    dass kein Laut mehr zu hören ist,

    weil der Michel verlor auch seinen letzten schlaffen Biss,

    weil die Leut´ keuchen durch die Nacht,

    zum Atmen haben sie´s nicht mehr geschafft,

    wenn die letzten Protestschilder mahnen an der Nordseeluft,

    obwohl das Gespräch der Sieben in den Bergen das Echo ruft,

    wenn bei so viel Ruh´ und Fried man ist verdatzt,

    dann weiß man, man ist verratzt,

     von zwei Leuten,

     die einst träumten,

     hinter verschlossenen Toren und Mauern,

     von einem anderen Land,

     da sie meinten, Amerika es wär,

     und sie nicht wussten, das ist ne´ Mär,

     doch für Weiße war´s  bestimmt,

      und das waren sie, und die Geschichte nimmt

     nun ihren Gang,

    und sie nach Mauerfall ihr Schicksal in die Hand,

    der lange Marsch durch die Institution,

    ganz ruhig, ohne Revolution,

    sich beide an die Spitze des Staates schwingen

    und ihre Meinungen dem Volke nahe bringen,

    bei Verweigerung mit leisem Säuseln auch aufzuzwingen,

    haben sie ihr Trauma überwunden,

    und in Russland ihren Schuldigen gefunden,

    dem zahlen sie jetzt alles heim,

    was er getan, wie sie sagen, so gemein.

    Die BRD ist bald entschwunden,

    übrig bleibt ein kleiner Stern

    auf amerikanischer Flagge

    so hätten sie´s  gern,

    und ja, alle machen mit,

    bezahlen seit Jahr schon mit Paypal, bestellen bei Amazon,

    alles andere ist nur noch ein kleiner Schritt.

    Ohne Worte.

 

 

    

(Schäffer):       Mann, Mann, Mann.

(Sophie Haas): Was ist, Schäffer, mehr haben Sie dazu nicht zu sagen?

(Schäffer):        Nee, wirklich nicht Chef. Kann ich Geschwindigkeitskontrollen durchführen? Da würd´ ich

                       wieder entspannen können.

(Bärbel):          Da komm´ ich mit. Darf ich doch, nech?  Ich fühl mich auch nicht so wohl.

(Sophie Haas):   Ihr wollt mich beide hier allein lassen. So schlimm war´s doch auch wieder nicht. Was soll

                        ich denn hier, so.... für..

(Schäffer).         Is´ ja nicht viel los, zur Zeit, Chef, und ich fühl´ mich wirklich nicht gut. Sie können ja

                         n´ bißchen Radio hören. Da läuft um 10Uhr 40 " Lauter Lyrik", da könnten Sie ja noch

                         mal reinhören. Kommst du, Bärbel?

(Bärbel):           Ja, ich komme. Tschüß, Frau Haas.

((Sophie Haas): Na, toll, allein in Hengasch und dann Lyrik im Radio hören.

 

SN: Was soll das denn jetzt?  Bin ich im falschen Kino?

JL: Na, ja so ist Kritik besser zu ertragen. Wenn die aus Hengasch kommt.

SN: So mein Lieber, du willst Kritik hören, aber nicht von mir, obwohl ich mir das anhören musste....

JL:  Nee, nee ich hab´ nichts gegen..

SN: Ich will dir mal etwas Kritisches sagen, und das kommt direkt von mir und das hörst du dir jetzt an,

      verstehst du, also......

JL: Ja, ja ist ja schon.......

SN: Komm mir nicht mit, ja, ja ist ja schon. Ich weiß ja nicht, welches Versmaß du ( JL: Das war doch ganz

      spontan, hab´ ich doch nicht....) hier eingesetzt hast, hier hätte vielleicht ein freies Gedicht besser gepasst,

     (JL: Ja, da hast du vielleicht recht) aber wenn wir uns jetzt nur die Aussage ansehen ( JL: wir könnten auch

     drüber wegsehen) bist deiner Linie treu geblieben, (JL: Oh, danke für die Rosen) ansonsten, und das ist 

      meine persönliche Einstellung: Ich hasse Gedichte.

JL. Das weiß ich, deswegen hab´ ich es ja dir vorgetragen. Wenn es gilt, jemanden zu ärgern, stehst du immer an

     erster Stelle. Hau ab, nein, weg, wir prügeln uns nicht.

 

   

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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